Mietanstieg in Deutschland verlangsamt sich

Dass das Wohnen in Deutschland teuerer geworden ist, ist bekannt. Gerade in Ballungsgebieten ist die Miete ein erheblicher Kostenfaktor. Aus dem Frühjahrsgutachten des Branchenverbands Zentraler Immobilien-Ausschuss geht hervor, dass die Angebots-Mieten im Jahr 2019 um 3,5 Prozent gestiegen sind. Im Vorjahresvergleich zu 2018 lag die Mietsteigerungsrate noch bei 3,8 Prozent.

Ein Grund zum Jubeln? Zumindest glaubt mancher Marktteilnehmer, dass stetig ansteigende Mieten der Vergangenheit angehören.

Zu früh sollten sich Mieter aber nicht freuen, da sich das Mietenwachstum nur marginal abgeschwächt hat. Ob der Trend weiter abwärts geht, wird uns die Zukunft lehren.

Als Gründe der leichten Abschwächung werden einerseits das schwächere Bevölkerungswachstum genannt, andererseits die Tatsache, dass in den sieben größten Städten Deutschlands mehr gebaut wird. Damit sind die Städte Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Köln, Düsseldorf und Stuttgart gemeint.
Staatliche Eingriffe wie die Mietpreisbremse, die nicht bremst, sind mit großer Vorsicht zu genießen. Auf Dauer haben Regulierungen seitens der Politik meistens das Gegenteil bewirkt.

Das einzige was hilft, sind noch mehr Neubauten. Denn Angebot und Nachfrage regulieren den Preis. Das ist so und wird auch immer so sein!

Immobilien zu kaufen, ist noch teuerer als zu mieten. Die Preise für Eigentumswohnungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 9,7 Prozent und für Häuser um 9,3 Prozent gestiegen. Ein Grund dafür sind wohl die sehr günstigen Hypothekenzinsen, die größere Darlehen bei überschaubaren Raten ermöglichen.
Kapitalanleger, die der Mietunsicherheit in puncto Mietpreisbremse oder Mietendeckelung entkommen möchten, bleibt die Möglichkeit, beispielsweise in Pflegeimmobilien zu investieren.

© Ott Investment AG, 02/2020, "Mietanstieg in Deutschland verlangsamt sich"

Video zum Thema steigende Mieten: