13Sep

Studenten: Kosten für WG-Zimmer sprengt Bafög-Pauschale deutlich

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Jeder angehende Student träumt wohl von ihr: die eigene Wohnung. Doch alle Träumereien verpuffen wohl spätestens, wenn es auf die finale Suche nach einer geeigneten Wohnung geht. Nicht nur, dass kleine Wohnungen in Groß- und Universitätsstädten kaum bis gar nicht zu haben sind, sondern auch, dass der harte Konkurrenzkampf und das niedrige Angebot kräftig an der Preisschraube drehten. Für viele bleibt da meist nur die Notlösung: ein Zimmer in einer WG.
Doch auch hier sind die Mieten gewaltig gestiegen, sodass in fast allen Fällen Bafög allein nicht mehr ausreicht, um die Wohnkosten zu decken.

Das Moses Mendelssohn Instituts (MMI) hat in Zusammenarbeit mit dem Immobilienportal WG-Gesucht.de eine Untersuchung durchgeführt, in der sie die Wohnkosten für ein WG-Zimmer für Studenten im bundesweiten Durchschnitt errechneten. Das Ergebnis: 353 Euro müssen Studenten durchschnittlich im Monat für einen Platz in einer WG berappen (Vorjahr 349 €).

Noch dicker kommt es für Studenten, die eine eigene Wohnung in ihrer Hochschulstadt beziehen möchten. Die höhere Nachfragekonkurrenz führt teilweise zu erheblichen Preisaufschlägen im Vergleich zu einem WG-Zimmer. Auch Studierende die von außerhalb kommen und an ihrem Studienort noch nicht vernetzt sind, haben oft keine Chance, an günstigen Wohnraum zu kommen.

Doch ob WG-Zimmer oder eigenen Wohnung, fest steht, dass die momentane Bafög-Pauschale von 250 Euro nur in den allerwenigsten Fällen reiche, um die Wohnkosten vollständig zu decken. „Die Wohnkostenpauschale spiegelt die Situation gerade in nachgefragten Hochschulstädten in keiner Weise wider“, erläutert Dr. Stefan Brauckmann, Direktor des MMI. Man müsse schon sehr viel Glück haben, um zum Beispiel in eine lang bestehende Wohngemeinschaft mit einem alten Mietvertrag ziehen zu können, oder man studiert in einer Stadt, welche eine geringe überregionale oder internationale Anziehungskraft aufweist.

Als Grundlage der Studie wurden alle 94 deutschen Hochschulstädte mit mehr als 5.000 Studierenden, gewichtet nach den Studierendenzahlen am jeweiligen Hochschulort analysiert.
Deutlich über dem Durchschnitt liegt die Metropole München (570 €) gefolgt von Frankfurt am Main (450 €) und Ingolstadt (430 €). Auf den Rängen vier bis sechs landeten Konstanz (425 €), Hamburg und Stuttgart (je 420 €). Komplementiert werden die teuersten 10 Städte durch Ludwigsburg (415 €) sowie Berlin, Köln und Freiburg im Breisgau (je 400 €) – siehe Grafik unten.

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© Ott Investment AG, 09/2017, „Studenten: Kosten für WG-Zimmer sprengt Bafög-Pauschale deutlich“

Über Rainer Ott

Rainer Ott ist Vorstand der Ott Investment AG in Schlüsselfeld. Als Fachbuchautor ("Mit Immobilien mehr verdienen") machte er sich in den vergangenen Jahren einen Namen. Viele Interviews für namhafte Zeitschriften folgten. Weitere Infos finden Sie hier Rainer Ott
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