30Jul

Fußball-Anleihen sind meist nur als Fanartikel zu gebrauchen

Fußballanleihen sind meist nur als Fanartikel zu gebrauchen von Ott Investment AG Schlüsselfeld

Wenn Fußballklubs finanziell nicht mehr so gut dastehen, bitten sie oft ihre Fans in Form von Anleihen um Geld. Diese Anleihen sind jedoch nicht wie normale Anleihen zu sehen, denn diese werden nicht am Kapitalmarkt gehandelt und haben eine kleinere Stückelung.

Hier ist man schon mit wenig Geld sofort dabei. Deshalb werden sie meist nur als Fanartikel gekauft. Bisher hat noch kein deutscher Fußballverein eine klassische Anleihe auf den Kapitalmarkt gebracht, außer der Revierklub Schalke 04.


Wie sich herausstellt, ist dies auch gerechtfertigt, denn die Erfahrungen, die gemacht worden sind, sind alles andere als besonders rosig. Das spüren in diesen Tagen ganz besonders die Anhänger von Alemannia Aachen. Hier droht den Anhängern das erste Mal der komplette Wegfall der „Tivoli-Anleihe“ und damit der Verlust des investierten Geldes. Diese Anleihe wurde 2008 von dem Klub ausgegeben. Mit dem daraus erwirtschafteten 4 Millionen Euro wurde der Stadionneubau finanziert.

Man steckte sich damals in Aachen hohe Ziele und wollte in der obersten Liga spielen. Doch es kam anders und die Alemannia stieg nicht in die erste Bundesliga auf, sondern stieg 2012 in die dritte Liga ab. Der damalige Geschäftsführer versprach trotzdem, dass die Rückzahlung bis August 2013 – dank eines Umfinanzierungspakets mit der Stadt Aachen – zu bewerkstelligen sei. Doch im November 2012 musste der Fußballverein Insolvenz anmelden und damit steht mittlerweile fest, dass die rund 4000 Gläubiger entweder geringe oder gar keine Rückzahlung mehr bekommen.

Somit bleibt für die meisten Fußballfans, die Fan-Anleihen kaufen, nur ein Fanartikel übrig. Für diese Urkunden gilt, dass für die Zinszahlung Kupons  (die von der Urkunde abgetrennt werden müssen und beim Verein verbleiben) und für die Rückzahlung die Urkunde selber eingereicht werden muss. Doch dies ist den meisten Käufern nicht immer bewusst. Deswegen muss sich der Fan entscheiden, entweder will er die Urkunde unbeschadet behalten und verzichtet somit auf Zinsen und Rückzahlung der Anleihe oder er will sein Geld zurück und gibt die Urkunde wieder ab.

Quelle: FAZ.net / © Ott Investment AG, 30.07.2013, Fußball-Anleihen sind meist nur als Fanartikel zu gebrauchen

 

Über Rainer Ott

Rainer Ott ist Vorstand der Ott Investment AG in Schlüsselfeld. Als Fachbuchautor ("Mit Immobilien mehr verdienen") machte er sich in den vergangenen Jahren einen Namen. Viele Interviews für namhafte Zeitschriften folgten. Weitere Infos finden Sie hier Rainer Ott
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