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Die Deutschen lieben Immobilien

Die Deutschen lieben Immobilien

Laut des Vermögensbarometers setzen viele Deutsche immer mehr auf Immobilien als Altersvorsorge. Besonders das Eigenheim wird in Zeiten historischer Niedrigzinsen immer beliebter. Lebensversicherungen hingegen brechen ein.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat entschieden, ihr Anleihekaufprogramm bis September 2018 zu verlängern – wenn auch ab Januar 2018 das monatliche Ankaufvolumen mit „nur“ noch 30 Mrd. Euro die Hälfte der bisherigen Investitionssumme beträgt.

Ebenso wurde entschieden, dass die Leitzinsen weiter auf dem momentan niedrigen Niveau verharren. Dies bedeutet für Sparer, sie bekommen weiterhin für ihr bei der Bank hinterlegtes Vermögen keine nennenswerten Zinsen. Kein Wunder also, dass immer mehr ihr Geld in anderweitige Anlagemöglichkeiten investieren. Hoch im Kurs stehen dabei Immobilien.

Wohnungen und Häuser konnten dabei ihre Attraktivität binnen der letzten zehn Jahre deutlich steigern. Über 50 Prozent der Deutschen hält mittlerweile die Immobilie für das beste Mittel zum Vermögensaufbau.

Dabei hat sich die Anzahl der Deutschen, die mit einer selbst genutzten Immobilie für das Alter vorsorgen wollen, von 27 Prozent im Jahre 2007 auf 54 Prozent im Jahre 2017 verdoppelt. Zu diesem Ergebnis kommt das Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Die Umfrage der Sparkassen wird jährlich unter den deutschen Sparern erhoben. Dabei wird wie die finanzielle Zufriedenheit der Sparer bewertet, ob fürs Alter vorgesorgt werden kann und wenn ja, in welche Anlagen stecken die Sparer ihr Vermögen?

Das Vermögensbarometer zeigt, dass sich binnen der letzten zehn Jahre einiges getan hat. Während vor der Finanzkrise noch 66 Prozent der Deutschen auf Lebensversicherungen vertrauten, so sind es inzwischen nur noch 24 Prozent. Schuld daran sind vor allem die anhaltend niedrigen Zinsen. Selbst Finanzexperten empfehlen schon länger, keine neuen Kapitallebensversicherungen abzuschließen. Sie würden sich schlicht und einfach nicht mehr lohnen. Auch Rentenversicherungen und Sparbücher werden immer unbeliebter.

Der Anteil der Sparer, die in Aktien und Investmentfonds investieren, blieb nahezu gleich. Zwar geht es bereits seit längerem an der Börse aufwärts, doch nur die wenigsten können davon profitieren.
Aus diesen Gründen suchen immer mehr Anleger ihr Heil in Immobilien.

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Die Umfrage erfasste dabei auch diejenigen, die keine Altersvorsorge betreiben. Dabei stellte sich heraus, dass der Anteil bei den unter 30-jährigen mit 36 Prozent besonders hoch ist. Auch 50 Prozent derjenigen, die mit unter 1.000 Euro Nettoeinkommen im Monat auskommen müssen, legen nichts fürs Alter zurück.

Das Barometer zeigt auch auf, dass die generelle Zufriedenheit der Deutschen so hoch ist wie schon lange nicht mehr: 59 Prozent der Befragten gaben ihre Zufriedenheit mit „gut“ oder „sehr gut“ an. Dies ist ein Plus von zwölf Prozent im Vergleich zu 2007. Gleichzeitig schrumpfte der Anteil der Menschen, die ihre finanzielle Situation mit „schlecht“ oder „eher schlecht“ bezeichnen würden.
Dabei gibt es jedoch regionale Unterschiede. Am zufriedensten sind die Menschen in Hamburg, Bremen und Hessen, während die Menschen in Brandenburg, Bayern und Baden-Württemberg eher unzufrieden sind.

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© Ott Investment AG, 10/2017, „Die Deutschen lieben Immobilien“, Quelle: Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Stand: 24.10.2017

Über Rainer Ott

Rainer Ott ist Vorstand der Ott Investment AG in Schlüsselfeld. Als Fachbuchautor ("Mit Immobilien mehr verdienen") machte er sich in den vergangenen Jahren einen Namen. Viele Interviews für namhafte Zeitschriften folgten. Weitere Infos finden Sie hier Rainer Ott
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