Mediastream IV - Steuerkonzept geplatzt
Mediastream IV Steuerkonzept geplatzt! Wie das "Handelsblatt" am 29.03.2004 mitteilte, hat das Finanzamt München III das Steuerkonzept des Medienfonds "Mediastream IV" nicht akzeptiert...
... Das hat zur Folge, daß das ursprünglich geplante negative Anfangsergebnis von ca. 82% auf die Zeichnungssumme (= ca. 130% auf die Bareinlage) gleichmäßig auf 10 Jahre verteilt werden muß.
Besonders überraschend kommt diese Meldung für Branchenkenner nicht. Schließlich wurde bereits im Herbst 2003 nachdrücklich gemahnt, daß genau dieses passieren könnte. Und die "Financial Times Deutschland" vom selben Tag zitiert den bekannten Fondsfachmann Stefan Loipfinger mit der Wertung, daß Mediastream mit diesem Fonds versucht habe, den Medienerlaß zu unterlaufen: "Wer so arbeitet, der spielt mit dem Feuer".
Der Wirbel um den Medienerlaß wird verständlich, wenn man bedenkt, daß gerade in seiner neuen, für Mediastream gültigen Fassung sehr klar die Voraussetzungen geregelt sind, die erfüllt sein müssen, damit man das avisierte negative Anfangsergebnis erhält. Ganz wichtig ist dabei die sehr weitreichende unternehmerische Einflußnahme auf die Produktion durch den Anleger. Denn nur dann ist man Hersteller.
Und genau das ist für die große Mehrzahl der Fonds, die sehr viel "stupid german money" nach Hollywood schaufelten, letztlich die totale Horrorvision. Weil sie letztlich am Gängelband der US-Studios hängen, die es gar nicht schätzen, wenn man ihnen in die Karten sehen will. Das Geld dieser Fonds wurde weit überwiegend in Filme mit höchst zweifelhaftem kommerziellem Erfolg investiert. Wenn es ihn überhaupt gab. Und an Mitbestimmung sind die US-Bosse schon gleich gar nicht interessiert. Schließlich könnte einer der dummen Deutschen dahinter kommen, wie kunstvoll sich Produktionsbudgets, aber auch Budgets für z.B. "Print and Advertising" (Herausbringungs- und Vermarktungskosten) schnüren lassen. Zu Gunsten der Studios ...
Interessant ist vor allem die Tatsache, daß es einen der ganz Großen in diesem Geschäft erwischt hat. Denn gerade die Initiatoren aus dem Umfeld von Banken und Versicherungen hielten sich eigentlich schon immer für unangreifbar. Und auch die Stimmen, die davor warnten, den Medienerlaß allzusehr zu Gunsten des eigenen Fonds zu interpretieren, verhallten ungehört.
Was tun? Eigentlich ist es ja ganz einfach. Man muß sich nur nachweisbar an die Regeln halten. Dann sind auch bei der späteren Betriebsprüfung keine Probleme zu erwarten. Und wenn man dann noch die Kosten im Blick behält, hat man auch wesentlich höhere Chancen auf Gewinne.
Quelle: Wilhelm Ott GmbH, Schlüsselfeld, 06.04.2004
Anmerkung Redaktion: "Wir haben vor diesem Angebot gewarnt!"
Kurzversion: Wie das "Handelsblatt" am 29.03.2004 mitteilte, hat das Finanzamt München III das Steuerkonzept des Medienfonds "Mediastream IV" nicht akzeptiert.

